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Seit über 50 Jahren bildet das Zentrum für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Gießen erfolgreich Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) aus. Das Jubiläum steht nicht nur für Tradition und Kontinuität, sondern auch für den tiefgreifenden Wandel eines vielseitigen Gesundheitsberufs.
1976 startete der erste Ausbildungsjahrgang. Vier junge Frauen begannen die damals noch zweijährige Ausbildung zu einem Beruf, der zu dieser Zeit noch "Zahnarzthelferin" hieß.
Ein Beruf im Wandel der Zeit
Die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten hat sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt. Während früher vor allem Assistenz am Stuhl und Verwaltung im Vordergrund standen, umfasst das Berufsbild heute ein breites Spektrum an medizinischen, organisatorischen und digitalen Kompetenzen. ZFAs assistieren bei komplexen Behandlungen, arbeiten mit moderner Medizintechnik, organisieren selbständig Praxisabläufe und übernehmen nach entsprechender Weiterbildung zunehmend eigenverantwortliche Aufgaben, etwa in der Prophylaxe oder Patientenberatung.
Andrea Schmiedhofer, die das Referat Ausbildung seit über 25 Jahren leitet, fasst zusammen: "In den 70er und 80er Jahren war Vorsorge noch kein Thema. Da kamen die meisten Patienten und Patientinnen erst, wenn sie klassisch Zahnschmerzen hatten. Das ist heute ganz anders. Dank der Entwicklung umfassender Vorsorgekonzepte in den letzten Jahrzehnten hat die Aufklärung zur Mundgesundheit (Prävention) auch im Arbeitsfeld der ZFAs an Bedeutung gewonnen."
Die Ausbildungsordnung für ZFAs wurde von der Landeszahnärztekammer Hessen über die Jahrzehnte kontinuierlich angepasst. Aktuell wird sehr viel Wert auf Handlungs-, Fach- und Sozialkompetenz gelegt. Die ZFA soll während der Ausbildung lernen, Arbeitsschritte selbständig zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Die Ausbildung ist im "dualen System" organisiert, das heißt die Lernorte Berufsschule und Praxis/Klinik vermitteln die Lerninhalte nach dem Rahmenplan gleichberechtigt und parallel.
Ausbildungsvoraussetzungen und Kompetenzen
Für die Ausbildung sind vor allem soziale und persönliche Fähigkeiten entscheidend: Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und Interesse an medizinischen Themen. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, häufig verfügen Auszubildende jedoch über einen Haupt- oder Realschulabschluss. "Entscheidend für die Ausbildung ist nicht in erster Linie der Schulabschluss, sondern die Reife und das Engagement", betont die Ausbildungsleiterin.
Die Auszubildenden erhalten außerdem zusätzlich zur Berufsschule pro Lehrjahr wöchentlichen internen Unterricht durch die Referatsleitung zur Vertiefung praktischer Lerninhalte und zur Unterstützung bei anstehenden Prüfungen.
Vielfältige Weiterbildungs- und Karrierechancen und gute Berufsaussichten
Der Beruf bietet zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Nach der Ausbildung können sich ZFAs beispielsweise weiterqualifizieren zur:
- Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP)
- Zahnmedizinischen Fachassistentin (ZMF)
- Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV)
- Dental-Hygienikerin
- Praxismanagerin
- Fachwirtin im Gesundheitswesen
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung sind die Berufsaussichten für ZFAs sehr gut denn die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen ist anhaltend hoch.
Ab 2027 wird Zahnersatz für viele Menschen noch teurer. Durch die beschlossene Gesundheitsreform sinkt der Bonus für regelmäßige Zahnkontrollen, den die Kassen zahlen. Eine Zahnzusatzversicherung federt die Kosten teurer Zahnbehandlungen ab. Im aktuellen Test hat die Stiftung Warentest 278 Tarife verglichen. Das Ergebnis: Es gibt für fast jeden Bedarf und jedes Budget eine geeignete Police. Und: Im Vergleich zu früheren Tarifen gibt es jetzt oft deutlich mehr Leistung für weniger Geld.
Im Test waren 278 Tarife von Zahnzusatzversicherungen, die allen gesetzlich Versicherten in Deutschland offenstehen. Zur besseren Orientierung haben die Tester die Tarife nach drei Kundentypen sortiert: von „Rundum sorglos“ mit umfangreichen Leistungen bis „Kasse genügt“, das den Basisschutz darstellt. Die Kategorie „Gut und günstig“ steht für den Mittelweg zwischen den beiden ersten Modellen. Bewertet wurden die Leistungen für Zahnersatz: Regelversorgung, privatzahnärztliche Versorgung, Inlays und Implantate sowie jährliche Leistungsbegrenzungen.
Abschließen, solange Zähne intakt sind
Empfehlenswert ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung rund um das 40. Lebensjahr. Wer eine schlechte Zahnsubstanz hat, sollte jedoch bereits früher darüber nachdenken. Wichtig: Die Versicherung zahlt nur für Behandlungen, die nach Vertragsabschluss erstmals diagnostiziert wurden.
„Wer bereits vor dem Abschluss der Versicherung eine Behandlung begonnen hat, geht leer aus. Deshalb gilt: möglichst abschließen, solange die Zähne noch in Ordnung sind – und unbedingt vergleichen“, empfiehlt Susanne Meunier, Expertin der Stiftung Warentest. „Neuere Tarife bieten oft deutlich bessere Leistung als ältere Verträge, besonders bei Implantaten und Inlays.“ Ein Wechsel zu einem anderen Tarif sei auch möglich, sollte aber wohl überlegt sein: „Bei einem neuen Anbieter können die Wartezeiten wieder von vorne beginnen. Viele Anbieter haben aber Tarife mit verschiedenen Konditionen im Angebot. Ein solcher Wechsel gelingt leichter“, so Susanne Meunier.
Kaum noch lange Wartezeiten
Erfreulich für Sparfüchse: Wer sich für einen „Kasse genügt“-Tarif entscheidet, zahlt im Schnitt nur zwischen 9 und 15 Euro pro Monat. Diese Tarife erstatten den Eigenanteil, der bei der Regelversorgung anfällt. Umfassenden Schutz auch für teure Versorgungen wie mehrere Implantate bieten „Rundum-sorglos“-Tarife. Versicherte müssen meist nichts mehr zuzahlen, denn sie enthalten beispielsweise für Implantate hohe Summen von mehr als 4.000 Euro. Die besten Angebote für die 43-jährige Modellperson liegen im Schnitt zwischen 41 und 90 Euro im Monat.
Und noch eine positive Entwicklung: Lange Wartezeiten sind meist passé. Viele Versicherer tragen anfallende Kosten sofort oder reduzieren die Wartezeit auf drei Monate. Bei fast allen Tarifen gibt es nach Vertragsabschluss eine Leistungsstaffelung – die vereinbarte Summe wird oft erst nach vier Jahren in vollem Umfang gezahlt.
Übrigens: Für Menschen mit sehr geringen Einkünften übernimmt die Krankenkasse auf Antrag die gesamten Kosten der Regelversorgung. Privat Krankenversicherte können grundsätzlich keine Zahnzusatzversicherung abschließen – bei ihnen ist der Zahnschutz schon in der privaten Krankenversicherung geregelt.
Der ausführliche Test mit allen Testergebnissen, Beitragsangaben und einem individuellen Tarifrechner erscheint in der September-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest Finanzen und ist online abrufbar unter www.test.de/zahnzusatzversicherungen.
Wissenschaftsstaatssekretär Tobias Dünow hat heute in Brandenburg an der Havel der Medizinischen Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane (MHB) zur offiziellen Eröffnung der neuen Universitätsklinik für Zahnmedizin gratuliert: „Die MHB bildet seit mehr als zehn Jahren praxisnah medizinisches und psychologisches Fachpersonal aus – und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung einer modernen und regional verankerten Gesundheitsversorgung in Brandenburg. Die Eröffnung der ersten Universitätsklinik für Zahnmedizin ist ein weiterer wichtiger Meilenstein: Aus einem historisch eindrucksvollen, aber baufälligen Gebäude ist ein hochmoderner Ort für Patientinnen und Patienten, Studierende, Forschung und Lehre entstanden. Vielen Dank an alle, die die die beeindruckende Erfolgsgeschichte der MBH auch unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen möglich gemacht haben.“
Mit der Eröffnung einer Universitätsklinik für Zahnmedizin erweitert die MHB ihr Versorgungs- und Ausbildungsangebot. Die neue Einrichtung bündelt Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung unter einem Dach. Die Klinik ist Bestandteil des Brandenburgischen Modellstudiengangs Zahnmedizin, den die MHB bereits 2024 eingeführt hat.
Die 2014 gegründete Medizinische Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane ist eine staatlich anerkannte Universität in kommunaler und gemeinnütziger Trägerschaft. Die Trägerkliniken der MHB sind als Universitätskliniken im Verbund staatlich anerkannt. Die Hochschule hat Standorte in Brandenburg an der Havel, Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), Bernau bei Berlin (Barnim) sowie in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) und kooperiert mit rund 30 Krankenhäusern und Lehrpraxen im Land Brandenburg. Neben Human- und Zahnmedizin bietet sie Studiengänge in Psychologie, Klinischer Psychologie und Psychotherapie, Versorgungsforschung und Suchthilfe an. Derzeit sind rund 1.300 Studierende eingeschrieben, etwa 800 Absolventinnen und Absolventen haben die Hochschule bisher abgeschlossen. Das Land unterstützt die MHB in diesem Jahr mit sechs Millionen Euro. Weitere Informationen: www.mhb-fontane.de
Kauen gehört zu den alltäglichsten Dingen, die wir tun, und erhält vielleicht aus diesem Grund nicht die Beachtung, die es eigentlich verdient. Dabei ist die uneingeschränkte und schmerzfreie Kaufähigkeit eine der Säulen, auf denen unser Wohlbefinden ruht – jeden Tag, ein Leben lang. Unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ weist der Tag der Zahngesundheit 2026 auf diesen wichtigen Zusammenhang hin.
Kauen wirkt sich auf vielfältige Weise positiv auf den Körper aus: Es unterstützt die Mundgesundheit durch das regelmäßige Training der Kiefermuskulatur. Indem wir unser Essen bereits im Mund zerkleinern und mit Speichel vermischen, fördern wir gleichzeitig Verdauung und Nährstoffaufnahme. Gute Kaufähigkeit unterstützt bei Kleinkindern die Sprachbildung und trägt im Alter zum Erhalt der kognitiven Fähigkeiten bei. Studienerkenntnisse deuten darauf hin, dass Kauen die Hirndurchblutung steigert (Momose et al., 1997). Darüber hinaus gibt es Hinweise aus experimentellen und epidemiologischen Studien, dass eine eingeschränkte Kaufunktion mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert sein könnte (Cerutti-Kopplin, 2016).
Lernen, was wichtig ist
Kauen will früh geübt sein, betont Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene (VfZ): „Idealerweise gehen dafür bereits in der Kindheit gesunde Ernährung, regelmäßige Mundhygiene und Gesundheitsbildung Hand in Hand. Im Alltag von Krippen, Kindergärten und Schulen bedeutet das vor allem, dass Wasser und ungesüßte Getränke, kauaktive Lebensmittel in der Brotdose sowie das regelmäßige Zähneputzen selbstverständliche Bestandteile des Tages sein sollten.“
Eine Investition in die Gesundheit von Kindern – und damit in eine gesunde Zukunft – ist in diesem Zusammenhang die regelmäßige Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, betont Dr. Justine Röhmel vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV): „In der Gruppe und mit der richtigen Anleitung kaut und putzt es sich einfach besser. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, damit bei uns alle Kinder die Chance haben, die Grundlage für eine lebenslange gute Mundgesundheit früh zu erlernen.“
Auch der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) unterstreicht die Bedeutung der Förderung der Mundgesundheitskompetenz bereits ab dem frühen Lebensalter. Darüber hinaus erkennt er einen erheblichen Unterstützungsbedarf für weitere Bevölkerungsgruppen. Der BZÖG betont zudem die Wichtigkeit zusätzlicher präventiver und gesundheitsfördernder Leistungen durch die Zahnärztinnen und Zahnärzte der Öffentlichen Gesundheitsdienste in speziellen Wohnformen für Menschen mit Einschränkungen und in stationären Einrichtungen der Altenpflege: „Die Stärkung der Zahnärztlichen Dienste und der ambulanten zahnärztlichen Versorgung und nicht der Abbau zahnärztlicher Stellen im Öffentlichen Gesundheitswesen oder die Kürzung von GKV-Leistungen, wie sie aktuell diskutiert werden, sollten zu den zentralen Zielen einer sinnvollen zahnmedizinischen Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland gehören.“
Für eine gesündere Gesellschaft
Lebenslange gute Kaufähigkeit hängt nicht nur davon ab, wie man isst, sondern auch, was man isst. Seit Jahren gibt es einen negativen Trend hin zum Konsum stark verarbeiteter, oft zu weicher Lebensmittel, säurehaltiger Getränke und Snacks wie Riegel und Chips sowie zu überhöhtem Zuckerkonsum. Zuckerreiche Ernährung fördert die Entstehung von Karies und begünstigt Entzündungen des Zahnfleischs, während säurehaltige Getränke Zahnerosionen verstärken. Der Zahnhalteapparat kann durch weiche, wenig kauintensive Lebensmittel nachhaltig Schaden nehmen.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig die lebenslange Förderung der Mund- und Zahngesundheit ist, unterstreicht Dr. Romy Ermler MBA, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), anlässlich des diesjährigen Aktionstags: „Richtig zubeißen können bringt so viel für die Gesundheit. Ernährung und Kauen verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit. Der Tag der Zahngesundheit erinnert uns daran, dass gesunde Zähne kein Zufallsprodukt sind. Sie sind das Ergebnis bewusster Ernährung, funktionierender Kaufähigkeit, frühzeitiger Prävention und klarer politischer Rahmenbedingungen – für gesunde Münder, gesunde Menschen und insgesamt eine gesündere Gesellschaft.“